Forschung / Research
Mein Forschungsgebiet ist die Astroteilchenphysik, das Grenzgebiet zwischen Teilchenphysik, Astrophysik und Kosmologie. Seit den achtziger Jahren arbeite ich auf dem Gebiet der Neutrinoastronomie. Hier wird erklärt, was Neutrinos und Neutrinoastronomie sind. Mithilfe von Neutrinos wollen meine Kollegen und ich herausfinden, wo genau im Universum die höchstenergetischen kosmischen Strahlen erzeugt werden und wie die kosmischen Teilchenbeschleuniger funktionieren. Mit Neutrinoteleskopen suchen wir auch nach Kandidaten für die „Dunkle Materie“ und nach anderen exotischen Teilchen wie z.B. magnetischen Monopolen. Wir erforschen außerdem Phänomene der Teilchenphysik wie etwa Neutrino-Oszillationen.
Am Anfang der Arbeiten der Astroteilchengruppe des DESY in Zeuthen stand das Pionierexperiment auf diesem Gebiet, das Baikal Neutrinoprojekt (siehe auch hier). Seit den neunziger Jahren liegt das Schwergewicht unserer Forschungsarbeiten am Südpol, wo wir im Rahmen einer großen internationalen Kollaboration das Neutrinoteleskop AMANDA betrieben haben und im Dezember 2010 den Bau des dreißig mal so großen Nachfolgeprojektes IceCube abgeschlossen haben (siehe auch hier und hier).

Seit einigen Jahren machen die Astroteilchenphysiker des DESY sich auch einen zweiten Informationsträger zunutze, um etwas über die gesuchten kosmischen Objekte zu erfahren: Gammastrahlen. Das sind elektrische Wellen, ähnlich wie das sichtbare Licht, aber mit mehr als der milliardenfachen Energie. Eine Nachwuchsgruppe im DESY beteiligt sich an dem Gammateleskop MAGIC und an dem Folgeprojekt CTA (Cherenkov Telescope Array). Im Rahmen einer Beteiligung am russischen Tunka-Experiment erforsche ich auch geladene kosmische Strahlen.
Einige ausgewählte Publikationen (CS Autor oder Koautor) sind hier aufgelistet, eine umfassendere Liste lässt sich unter http://www.slac.stanford.edu/spires/ und http://arxiv.org/find/astro-ph mit Hilfe der entsprechenden Suchfunktionen finden.
Seit 2005 leite ich das Peer Review Committee von ApPEC/ASPERA, das Strategieempfehlungen für die Astroteilchenphysik in Europa ausgearbeitet hat.
Beide Broschüren können durch Klicken auf die Bilder oder von der ASPERA webpage herunter geladen werden.
Nähere Angaben zum Astroteilchenprogramm im DESY in Zeuthen, ebenso wie Angebote zu Diplom- und Dissertationsthemen findet man unter http://nuastro-zeuthen.desy.de/.
Die DESY-Gruppe arbeitet eng mit Astroteilchengruppen an der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen, seit kurzem auch mit den Astrophysikern an der Universität Potsdam und am Astrophysikalischen Institut Potsdam.